CRACKING Chennan Jin, Jiaying Yu, Yanru Zhang

CRACKING Chennan Jin, Jiaying Yu, Yanru Zhang

Beziehungen beginnen sich zu verändern, Verdecktes tritt hervor, Erinnerungen kehren sich zurück. In der Gruppenausstellung CRACKING begegnen sich drei fotografische Positionen von Chennan Jin, Jiaying Yu und Yanru Zhang, die sich mit unterschiedlichen Formen von Veränderung, Wahrnehmung und Erinnerung auseinandersetzen. Im Zentrum der Ausstellung steht der Riss(crack) als ein Moment der Verschiebung. Er markiert eine Öffnung, durch die etwas bisher Verborgenes sichtbar werden kann. Zugleich verweist er auf einen Zustand des Dazwischen: zwischen Abriss und Erneuerung, zwischen äußerer Wirklichkeit und innerer Wahrnehmung, zwischen Gegenwart, Erinnerung und Alltag. Chennan Jin untersucht die Zwischenräume von äußerer Wirklichkeit und innerer Erfahrung. Realität, Erinnerung, Traum und Unterbewusstsein überlagern sich in ihren Arbeiten, bis die Grenze zwischen dem Gesehenen und dem Vorgestellten zunehmend unscharf wird. Der äußere Raum wird dabei zu einer Projektionsfläche, auf der persönliche und verdrängte Erfahrungen sichtbar werden können. Jiaying Yu beschäftigt sich mit einer fragmentierten Wahrnehmung des Alltags. Sie löst Fragmente aus ihrem ursprünglichen Kontext und setzt sie in neuen, offenen Konstellationen zusammen. Ihre Bilder verbinden Spuren unterschiedlicher Zeiten und Orte, ohne diese eindeutig aufzulösen. Zwischen den Fragmenten entstehen neue Beziehungen, die sich erst im Akt des Betrachtens entwickeln. Yanru Zhang richtet ihren Blick auf einen urbanen Raum, in dem Abriss und Bewohnen, Verlassen und Erneuerung gleichzeitig stattfinden. Die Stadt erscheint als ein instabiler Zwischenraum, in dem sich vertraute Strukturen verändern und neue Risse sichtbar werden. Vergangenheit und Zukunft überlagern sich und hinterlassen Spuren im gegenwärtigen Stadtraum. Mit der Fotografie als Ausgangspunkt nähern sich die drei Künstlerinnen dem „Cracking“ auf unterschiedliche Weise. Ihre Arbeiten führen durch einen gemeinsamen Riss in drei verschiedene Räume: in einen sich wandelnden Stadtraum, in die Zwischenräume von Wirklichkeit und Erinnerung und in die fragmentierte Alltagswahrnehmung. Was zunächst getrennt erscheint, beginnt dabei miteinander in Beziehung zu treten. Der Riss wird nicht geschlossen, sondern bleibt offen.

Eröffnung:
(Do) 22.10.2026, 19:00
Atelier & Galerie 52

Ausstellung:
23.10.2026 – 14.11.2026

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 12 - 18 Uhr und samstags 10 - 15 Uhr