MULMUNG: waves in your mind Dain Kim

MULMUNG: waves in your mind Dain Kim

A calm surface of water. Looked at long enough, it never holds still. It trembles, tilts, gathers the light and lets it go again. Calm does not mean motionless.

MULMUNG is a Korean compound word, from MUL, water, and MUNG, a state in which the gaze rests on something and thinking stops. It is a recent word, reflecting a contemporary life of constant pressure, overstimulation, and little room for quiet. For Dain Kim, MULMUNG became a way of staying with emotions that felt unsettled or difficult to contain. Looking at water solves nothing, and it requires nothing. It simply offers a hold on what is stirring within.

Her work begins in the corridor, with photographs that trace moments of emotional movement across states of unease and steadiness. In the room that follows are pieces using primarily epoxy resin, wire and wire mesh. Kim uses these artificial and industrial materials to give form to something less tangible: shifts in feeling and states of mind. The resin flows into unpredictable shapes and hardens, never quite the same way twice. In the light, it glitters like the surface of water. Wire is cut and bent by hand, retaining the shape it is given. The joints are soldered one after another: the solder melts with heat, cools, and hardens, then softens again when reheated. Flowing, bending, yielding − the pieces hold something of the mind’s wavering.

Up close, it is unrest; from a distance, a current. The works leave room for the viewer’s own experiences and emotions to enter. What Kim opens here is a space for meeting and being understood, and for connection to follow.

Text : Ayeon Choi

Eine ruhige Wasseroberfläche. Betrachtet man sie lange genug, hält sie niemals wirklich still. Sie zittert, neigt sich, nimmt das Licht auf und gibt es wieder frei. Ruhe bedeutet nicht Bewegungslosigkeit.

MULMUNG ist ein koreanisches Kompositum aus MUL, Wasser, und MUNG, einem Zustand, in dem der Blick auf etwas verweilt und das Denken zur Ruhe kommt. Es ist ein relativ neues Wort, das ein gegenwärtiges Leben widerspiegelt, geprägt von ständigem Druck, Reizüberflutung und wenig Raum für Stille. Für Dain Kim wurde MULMUNG zu einer Möglichkeit, bei Gefühlen zu verweilen, die sich unruhig oder schwer fassbar anfühlten. Wasser zu betrachten, löst nichts und verlangt nichts. Es bietet lediglich einen Halt für das, was sich im Inneren bewegt.

Ihre Arbeit beginnt im Korridor mit Fotografien, die Momente emotionaler Bewegung zwischen Unruhe und Stabilität nachzeichnen. Im anschließenden Raum befinden sich Arbeiten, die vorwiegend aus Epoxidharz, Draht und Drahtgeflecht bestehen. Mit diesen künstlichen und industriellen Materialien gibt Kim etwas Gestalt, das sich eigentlich jeder festen Form entzieht: Veränderungen des Empfindens und Zustände des Geistes.

Das Harz fließt in unvorhersehbare Formen und erstarrt, jedes Mal ein wenig anders. Im Licht glitzert es wie die Oberfläche von Wasser. Der Draht wird von Hand geschnitten und gebogen und bewahrt die Form, die ihm gegeben wird. Die Verbindungen werden eine nach der anderen verlötet: Das Lot schmilzt unter Hitze, kühlt ab und wird fest, nur um sich bei erneuter Erwärmung wieder zu lösen. Fließen, sich biegen, nachgeben – in den Arbeiten bleibt etwas vom Schwanken des Geistes zurück.

Aus der Nähe ist es Unruhe, aus der Distanz eine Strömung. Die Arbeiten lassen Raum für die eigenen Erfahrungen und Empfindungen der Betrachtenden. Was Kim hier eröffnet, ist ein Raum der Begegnung und des Verstandenwerdens – und damit auch ein Raum, in dem Verbindung entstehen kann.

Text : Ayeon Choi

Eröffnung:
(Do) 03.12.2026, 19:00
Atelier & Galerie 52

Ausstellung:
04.12.2026 – 09.01.2027

Öffnungszeiten:
montags bis freitags 12 - 18 Uhr und samstags 10 - 15 Uhr