Baron Simon Baptist

Baron Simon Baptist

Der Baron ist ausgezogen.

 

Die zurückgebliebenen Dinge bilden die Grundlage einer Annäherung.

Das dadurch entstehende Portrait bildet kein Gesicht ab.

Das von dem Lebensraum Ausgehende genügt, um seine Konturen zu zeichnen.

 

Ein Umriss, der sich aus einer Geschichte bildet, die ohne jegliches Wort berichtet.

Durch das Nicht-Zeigen wird ein Raum geöffnet.

Wir sehen, dass etwas passiert ist.

Dass etwas den Baron umkreiste, das sich einschrieb in alles, was ihn umgab.

 

Teile der Dingwelt werden zu Bildern, um zu untersuchen, was den Dingen anhaftet, was Rückschlüsse auf den Menschen zulässt, der sich mit ihnen umgab.

 

Was davon bleibt, sind die Bilder, die wie stumme Zeugen sich jeder Konkretisierung verweigern.

Sie berichten von Räumen im Wandel und von jemandem, der Zeit seines Lebens diese Räume bewohnte.

Spuren eines Daseins und Spuren in den Dingen, die hinterlassen wurden.

Zeichen einer Veränderung, die im Gange war, und Bilder, die nun die Basis für ein Erinnern darstellen.

 

Der Mensch als Ausgangspunkt.

Seine Züge aufgreifen, und in den Dingen erkennen. Die Dinge nach ihm formen.

Ein Interesse am Portrait, dass nach dem Sein des Gegenübers sucht.

Ein Portrait, dass sich langsam und gemächlich erschafft.

 

Wie eigen seine Wesenszüge waren: Jemand, der nicht mehr Teil der Zeit war, in der er lebte, ein Anachronist und Mensch des Widerstands.

Erbe einer einstigen Epoche und Sammler der Objekte seiner Gegenwart.

Ein durch viele Gegenwarten Gegangener. Ein Zeuge der Geschichte und Zeuge vergangener Sitten.

Ein Baron in seinem Sein, und der Letzte seiner Linie.

Er in seiner Realität und die Dinge als Abdruck seines Daseins.

 

Ein Portrait, das erst durch die Abwesenheit des Menschen zu seinem Abbild wird.

Eröffnung:
(Sa) 28.01.2023, 19:00
Atelier & Galerie 52

Ausstellung:
29.01.2023 – 12.02.2023

Öffnungszeiten:
Mo – Fr, 12:00 – 18:00 Uhr